Ein Porträt meiner Haltung
In einer Welt, in der jeder sein Gesicht in jede Kamera hält, nur um kurz zu bestätigen, dass er auch noch da ist, empfinde ich mein Schweigen nicht als Flucht – sondern als Notwehr.
Ich bin kein Weltverbesserer. Ich bin ein Weltbetrachter. Von meinem Logenplatz aus schaue ich auf das tägliche Spektakel aus Politik, Wirtschaft und dem ganz normalen Wahnsinn unseres Alltags. Ich bin derjenige, der die Zeitung zuschlägt, wenn die Schlagzeilen mal wieder lauter sind als der Verstand, und der stattdessen die Pointen sucht, die das Leben zwischen die Zeilen geschrieben hat.

Mein Werkzeug ist die deutsche Sprache. Ich nutze sie nicht als Museumsstück, sondern als Skalpell. Ich seziere den geopolitischen Ausdruckstanz ebenso gern wie die regionalen Possenreißereien oder die Absurditäten an der Supermarktkasse. Ich schreibe für jene, die den gesunden Menschenverstand vermissen und lieber über den Irrsinn lachen, als an ihm zu verzweifeln.
Wer ich wirklich bin? Das ist völlig unerheblich. Wichtig ist nur, was auf dem Papier landet. Meine Anonymität ist kein Versteckspiel, sondern meine Freiheit. Die Freiheit, die Dinge beim Namen zu nennen, ohne Rücksicht auf die nächste Talkshow-Einladung oder den digitalen Beifall der Masse.
Ich lade Sie ein, Platz zu nehmen. Nicht, damit ich Ihnen die Welt erkläre – das versuchen schon genug andere –, sondern um gemeinsam festzustellen: Es ist alles ein wenig bekloppt, aber wenn man genau hinsieht, ist es zumindest brillant inszeniert.
Ihr

