Es ist ein rührendes, beinahe rituelles Schauspiel, das sich uns in regelmäßigen Abständen auf der Weltbühne darbietet. Wir beobachten, wie man für diese Zusammenkünfte exklusive Kurorte wählt, deren einzige Aufgabe es zu sein scheint, als Kulisse für die kollektive Ratlosigkeit der Weltmächte zu dienen. Man möchte fast meinen, die Bergluft könne jene Klarheit erzwingen, die uns im stickigen Alltag der Bürokratie verloren gegangen ist.
Die Dramaturgie folgt einem strengen Muster: Wir sehen Staatsgäste, die gepanzerten Limousinen entsteigen, um vor der Weltpresse über die Reduktion von Emissionen zu referieren. Es ist eine köstliche Ironie, dass die Motoren der Begleitflugzeuge oft länger im Leerlauf verharren, als das Kommuniqué an substanziellen Sätzen umfasst.
Wir reichen uns die Hände, wir lächeln mit der Herzlichkeit von Verwandten, die sich eigentlich nur noch wegen der Erbschaft treffen, und wir einigen uns schließlich darauf, dass wir uns zeitnah wieder einigen möchten. Ich nenne das die hohe Schule der „ergebnisoffenen Entschlossenheit“.
Vielleicht ist das die wahre Eleganz unserer Zeit: Dass wir so tun, als hätten wir die Zügel fest im Griff, während wir in Wahrheit nur versuchen, beim Fallen eine gute Figur zu machen. Ich für meinen Teil schaue uns dabei weiter zu – es ist schließlich die am besten finanzierte Realsatire der Welt.
Hochachtungsvoll,
Ihr


Leave A Comment